Gerlinde Schermer gemeinsam mit dem GEW-Vorstandsvorsitzenden Hartmut Schurig auf der Schüler-Lehrer-Eltern-Demo am 10.9.2011 für mehr Geld im Berliner Bildungsetat.

 

Schule verstehen

Zum zweiten Mal in diesem Sommer versammelten sich Tausende "für eine bessere Schule in Berlin". Ich war wieder dabei, weil ich die Forderungen verstehe und meine Solidarität mit den Demonstranten auch zeigen will. Das breite Bündnis von Eltern, SchülerInnen und PädagogInnen war um die Kitas angewachsen und fordert "mehr Bildung von Anfang an". Eine Woche vor der Wahl stellte die Bündnisteilnehmer noch einmal klar, dass einer verbalen Betonung der Bedeutung der Bildung auch Taten folgen müssen. Freier Kitazugang, mehr Personal, kleinere Klassen, bessere Arbeitsbedingungen für LehrerInnen und ErzieherInnen, insbesondere der Abbau der hohen Arbeitsbelastung, kulturelle Bildung, Ganztag und Sanierung der Bildungseinrichtungen - die Durchsetzung dieser gemeinsamen Forderungen braucht vor allem eines: GELD. Hierfür braucht es den politischen Willen mehr zu investieren, sowohl in ErzieherInnen und LehrerInnen, als auch in Kantinen und Schulgebäude. Ich will gemeinsam mit den politischen Freunden dafür eintreten.

Die Ausgaben für Bildung müssen erhöht werden, sie stehen in direkter Konkurrenz zu den Zinsen, die Berlin für die Banken zahlt. Was bitte ist wichtiger? Ein Rettungsschirm für die Banken oder für die Kinder und Schulen? Die Frage ist konkret- der kann man nicht mit Floskeln ausweichen. Ich habe mich entschieden und trete für die Erhöhung der Bildungsausgaben, gekoppelt am Bruttoinlandsprodukt ein auch dann, wenn man dafür neue Schulden machen muss!

Der bunte und laute Demozug durch die Innenstadt und ein sehr jugendliches, kulturvolles Programm auf der Bühne am Gendarmenmarkt hat einer künftigen Regierungskoalition einen klaren Auftrag erteilt. Wer bei der Forderung höherer Bildungsinvestitionen nur reflexhaft auf leere Kassen, hohe Schulden und eine Schuldenbremse verweist, muss mit neuen Demonstrationen rechnen. Gemeinsamer Widerstand gegen Kürzungen, Leistungsverdichtung, Stress und Wettbewerb macht Spaß, so wird Solidarität Realität!

 
 

Zulassung zum Masterstudium

Eine aus dem Bildungsstreik hervorgegangene, studentische Initiative hat in Berlin am 1. Mai, unterstützt von der Gewerkschaft GEW, die erste Stufe eines Volksbegehrens „Freie Zulassung zum Masterstudium“ eingeleitet. Ziel ist es, die Kapazität der Berliner Hochschulen so auszubauen, dass alle Bachelorabsolventen ohne Zeitverzug ein Masterstudium anschließen können. Gegenwärtig gibt es nur für jeden Zweiten einen Platz. Mit einer Zulassungsbeschränkung bei 67 Prozent aller Masterstudiengänge hat Berlin bundesweit den mit Abstand höchsten Anteil. Hier werden 20 000 Unterschriften für die Zulassung des Volksbegehrens bis zum 31. Oktober benötigt!


Ich unterstütze dieses Volksbegehren
Gerlinde Schermer

 

Meine Forderungen im Bildungsbereich

Auzüge aus meinem Beitrag zur Konferenz des GEW und des Berliner Bündnis gegen Privatisierung - "Bildung ist keine Ware":

Schlussfolgerung für alle Menschen in Deutschland, die am Recht auf gleiche Bildung für alle – Verfassungsauftrag – und damit an öffentlicher Bildung festhalten:

  • Lasst keine privaten Rechtsformen zu – auch keine noch so kleine Beteiligung Privater an Bildungseinrichtungen aller Art.
  • Kämpft gemeinsam für die vollständige und ausreichende öffentliche Finanzierung der Bildungseinrichtungen.
  • Das öffentliche Geld für die Bildung wäre vorhanden, gäbe es nicht Steuergesetze und Überlegungen zu weiteren Gesetzen, die das private Kapital entlasten und dem internationalen Finanzkapital immer neue lukrative Anlagemöglichkeiten in Deutschland bieten.
  • Es gilt, sich gegen diese Gesetzgebung massiv zu wehren. Es gilt zu verhindern, dass sich immer mehr Kommunen aus der Finanzierung und Verantwortung für die öffentliche Bildung zurückziehen, da ansonsten die Regeln internationaler Handelsabkommen und Strategien greifen,
    die nur ein Ziel haben: den Schutz der öffentlichen Dienste und damit den Anteil der öffentlichen Bildung abzubauen und Bildung für die internationalen Märkte zu öffnen.
  • Öffentlich-private Partnerschaften im Bildungsbereich sind abzulehnen und aktiv und konsequent zu bekämpfen.
  • Bildungseinrichtungen, die bereits ganz oder teilweise privatisiert wurden, müssen rekommunalisiert werden.
  • Die vollständige Finanzierung der Bildungseinrichtungen aus dem öffentlichen Haushalt muss gewährleistet sein.

Den kompletten Beitrag finden Sie im Reader zur Konferenz auf Seite 10-13: